Presse Ehrung von Paul-Leo Leenen

Artikel „Die Glocke Online“

Verdienstmedaille löst Gefühlschaos aus

Bild: Vredenburg

Zu Tränen gerührt war Paul-Leo Leenen, als er am Freitagabend die Verdienstmedaille verliehen bekam. Er wusste von der feierlichen Auszeichnung nichts.
Bild: Vredenburg

„Die Hinfahrt hatte etwas von einer Entführung, jetzt sitze ich hier in diesem riesigen Sessel auf der Bühne – ich habe keine Ahnung, weshalb“, meinte der Musiker, Organist, Dirigent, Gründer mehrerer Chöre und der Jugend-Musical-Bühne Rietberg, verwundert. Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn und Wegbegleiter waren ebenso erschienen, wie Sponsoren und Gönner der Jugend-Musical-Bühne, darunter Liz Mohn in Begleitung ihrer Freundin Jimmy Schmied. „Die Liste der Anwesenden ist ein bemerkenswerter Beleg großer Wertschätzung“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder.

Die Gäste im Saal begrüßte das Stadtoberhaupt augenzwinkernd als „unsere Komplizen“, denn allen – außer einem – sei schon lange klar gewesen, „was wir heute feiern“. Paul-Leo Leenen, der „wie ich finde, die Bescheidenheit in Person ist und dem der nachweisbare Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist“, charakterisierte Sunder in seiner Laudatio „als jemanden, „der Chöre und Orchester dirigiert, ohne dabei die erste Geige zu spielen, der fantastische Musicals auf die Bühne bringt, ohne sich dabei selbst ins Rampenlicht zu stellen, und der Regie führt, ohne die Hauptrolle für sich zu beanspruchen“.

Den großen Chor, den Leenen zur 725-Jahrfeier der Stadt auf die Beine gestellt hatte, hob Sunder als ebenso einzigartig hervor wie die Gründung der Jugend-Musical-Bühne Rietberg. „Für uns als Stadt ist diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unbezahlbar – sowohl ideell, als auch materiell.

Seit 2010 habe Leenen acht große Musicals auf die Bühne gebracht. „Ich freue mich darauf, dass da noch ganz viele folgen“, sagte Andreas Sunder. „Die höchste Auszeichnung, die ich als Bürgermeister vergeben darf bildet auf keinen Fall einen Schlusspunkt, sondern ein weiter so, Herr Leenen.“ Durch das kurzweilige Programm, das die Gäste „in die geniale Schaffenswelt des Paul-Leo Leenen“ blicken ließ, führte Bürgermeisterstellvertreter Werner Bohnenkamp.

Kinderchor lässt rote Rosen regnen

Während die Leenen-Chöre musikalisch gratulierten – der Kinderchor ließ „rote Rosen regnen“ – lieferte ein etwa 20-minütiger Film nicht nur beeindruckende Dokumentationen der vielen Projekte, die der Geehrte in den vergangenen Jahren realisiert hat, er verdeutlichte auch, wie viel Engagement Leenen in die Jugendarbeit steckt.

Den Jugendchor im Hintergrund, holten die vier Helden des jüngsten Musical-Erfolgs „Drei Musketiere“ – Kimon Harmening, Raphael Tiersch, Denis Riffel und Timo Schlüter – ihren „Cheffe“ schließlich in einem bewegenden Moment zu sich auf die Bühne, um als besonderes Dankeschön gemeinsam den Musical-Song „Einer für alle“ zu singen. Leenen zeigte sich schlichtweg überwältigt: „Ich sehe in der Auszeichnung eine wirklich große Anerkennung meines Lebensschwerpunkts, der immer der Arbeit mit Jugendlichen galt – insbesondere deshalb, weil die kaum eine Lobby haben.“ Das Schöne an dieser Arbeit sei, „dass die Jugendlichen sehr viel zurückgeben“.

Artikel „Westfalen Blatt Online“

Ein Leben für die Musik 

Feierliche Übergabe der Medaille am Ende des Festaktes: Bürgermeister Andreas Sunder (links) gratuliert Paul-Leo Leenen und denkt zudem dessen Ehefrau Margret für deren Unterstützung. Sie hält seit ihrem Mann seit mehreren Jahrzehnten den Rücken frei.

Feierliche Übergabe der Medaille am Ende des Festaktes: Bürgermeister Andreas Sunder (links) gratuliert Paul-Leo Leenen und denkt zudem dessen Ehefrau Margret für deren Unterstützung. Sie hält seit ihrem Mann seit mehreren Jahrzehnten den Rücken frei.

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Erst zum dritten Mal hat die Stadt Riet- berg die Verdienstmedaille vergeben – die höchste Auszeichnung der Kommune. Paul-Leo Leenen hat sie am Freitag vor 200 Gästen in der Cultura bekommen.

In einem emotionalen Festakt würdigten unter anderem Bürgermeister Andreas Sunder und junge Weggefährten das langjährige Engagement des früheren Realschullehrers und Kirchenmusikers, der sich ganz in den Dienst der Musik gestellt hat. Leenen wusste von der Ehrung nichts und auch während der Veranstaltung ahnte er zuerst nicht, was es mit diesem Abend überhaupt auf sich hatte.

Eigentlich war eine Jugendchorprobe angesetzt. Der Dirigent verließ sein Haus, ehe er von Katharina Mertens und ihrem Helferteam »entführt« wurde. Mit Kopfhörern und Augenbinde fuhren die Frauen Paul-Leo Leenen über Umwege zur Cultura. Gäste aus der Politik, Chormitglieder mehrerer Ensembles unter Leenens Leitung und natürlich die Familie Leenens warteten. Es herrschte Gänsehautatmosphäre, als Leenen die Bühne betrat. Mädchen und Jungen seines Kinderchores standen mit roten Rosen Spalier. Dass ihm an diesem Abend noch die Verdienstmedaille übergeben würde, das erfuhr Leenen erst nach vielen emotionalen Auftritten seiner Musikformationen.

MGV und Frauenchor Mastholte erwiesen ihm ihre gesangliche Referenz, die Chorgemeinschaft sorgte mit einem irischen Segenslied für Tränen. Die Musketiere samt »d‘ Artagnan«, Hauptdarsteller der jüngsten Musicaleinstudierung der Jugendmusical-Bühne Rietberg 2010, traten mit »Einer für alle, alle für einen« auf, holten ihren Gründer dazu und demonstrierten, warum dieser Verein auch überregional auf so große Zustimmung stößt. Ein toller Auftritt!

Noch mehr faszinierte Leenens Jugendchor, eine Herzensangelegenheit des bescheidenen Musikers. Der ebenfalls gerührte Moderator Werner Bohnenkamp erzählte, dass Leenen besonders mit dem Jugendchor viele Erinnerungen verbindet – etwa ein Auftritt in Polen, bei dem eine Auschwitz-Überlebende spontan ihre Halskette an das jüngste Chormitglied mit bewegenden Worten überreicht hatte.

Bürgermeister Andreas Sunder übernahm anschließend die Auszeichnung: »Sie führen Regie, beanspruchen aber nie die Hauptrolle für sich.« Mit Blick auf die vielen Aktivitäten über Jahrzehnte hinweg, insbesondere aber auf die Einstudierung von Haydns Schöpfung zu Rietbergs 725-Jahr-Feier im vergangenen Jahr sagte Sunder: »Die gesamte Stadt ist ihnen dafür dankbar.« Und Leenen, der phasenweise überwältigt schien, sagte: »Ich habe früher gedacht, die Jugend hat kaum eine Lobby. Da muss ich etwas tun. Und die Jugendlichen geben mir viel zurück. Es gibt unendlich viele schöne Momente aus der gemeinsamen Arbeit.« Und die soll weitergehen wie er signalisierte – zur Freude der Gäste.